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Atommüll; Endlagersuche; Zwischenbericht Teilgebiete veröffentlicht

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) hat uns wie folgt informiert:

Am 28.09.2020 hat die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) den Zwischenbericht Teilgebiete veröffentlicht. Der Zwischenbericht Teilgebiete ist der erste Meilenstein auf dem Weg zu einem Endlager für hochradioaktive Abfälle in Deutschland. Die Basis bilden Daten über den tiefen geologischen Untergrund. 1.040.605 Dateien hat die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) bis zum Datenstichtag 1. Juni 2020 aus Bundes- und Landesbehörden erreicht und wurden im Zwischenbericht Teilgebiete verarbeitet. Diese Daten stammen aus dem Bereich des Bergbaus, der Erdöl- oder Erdgasförderung oder aus Geothermiebohrungen.

Der Bericht stellt einen Zwischenstand der Arbeiten der BGE dar und dient als Grundlage für die Öffentlichkeitsbeteiligung, bevor Fakten geschaffen werden. Dies wird erstmals mit Ende des nächsten Schrittes der Fall sein, wenn die BGE Vorschläge über übertägig zu erkundende Standortregionen macht, über die der Bundesgesetzgeber eine Entscheidung trifft.

90 Gebiete in Deutschland haben nach Erkenntnissen der BGE günstige geologische Voraussetzungen für einen Atommüll-Endlager. Andere Kriterien wie Besiedlung oder Bebauung spielten in diesem ersten Schritt noch keine Rolle. In weiteren Phasen wird die Auswahl in den nächsten Jahren weiter eingeschränkt, so dass bis zum Jahr 2031 eine Entscheidung für einen Standort fallen soll. Im Jahr 2050 soll das ausgewählte Endlager dann in Betrieb gehen. Eine Vorfestlegung auf einen Standort ist noch nicht verbunden. Die möglichen Standorte werden nach und nach weiter eingegrenzt, indem weitere Kriterien - etwa die Bevölkerungsdichte - berücksichtigt werden.

Laut Bericht ist in Deutschland ein Anteil von 54 Prozent der Landesfläche als Teilgebiet ausgewiesen. Die BGE hat neben Bayern andere Salzstöcke in Niedersachsen wie auch Gebiete in Baden-Württemberg sowie große Teile Ostdeutschlands auf der Liste. Das Saarland, Mecklenburg-Vorpommern und Teile des Ruhrgebiets finden sich dagegen nicht darauf. Das Ruhrgebiet scheidet wegen der zahlreichen alten Bergwerke aus, die das Gebiet geologisch unsicher machen.

Darüber hinaus wird am 17./18.10.2020 die Fachkonferenz Teilgebiete in Kassel stattfinden. Dies ist eine Plattform, auf der die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) mbH ihren Zwischenbericht zur Diskussion stellt. Er gibt der Öffentlichkeit erstmals einen Einblick in den Stand der Arbeiten des Unternehmens zur Endlagersuche. Zur Teilnahme eingeladen sind Bürgerinnen und Bürger, Vertreter der Gebietskörperschaften, Vertreter gesellschaftlicher Organisationen sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Der Zwischenbericht und eine Interaktive Karte finden sich unter: www.bge.de  

Weitere Informationen zur der Fachkonferenz Teilgebiete finden sich unter: www.endlagersuche-infoplattform.de  

 

Quelle: DStGB aktuell vom 02.10.2020