Kontakt & Downloads
Ihre Ansprechpartner

Die Umweltbeauftragte und Klimaschutzmanagerin informiert:

Wilde Wiesen Lüneburg - Vortragsreihe Winter 2025/2026

Das Wilde-Wiesen-Netzwerk - Region Lüneburg, Trägerin des Freya-Scholing-Preises der Lüneburger Sparkassenstiftung für Natur- und Umweltschutz 2025, veranstaltet im kommenden Winter eine kleine Vortragsreihe rund um die Wilden-Wiesen. 

Hier finden Sie eine Übersicht über die Vorträge.

Wir suchen Mitstreiter für ein Naturgarten Projekt in Kirchgellersen

  • Sie wollen Ihren Garten naturfreundlicher gestalten und suchen Ideen?
  • Sie möchten Ihr eigenes Lieblingsgemüse anbauen und finden den Anfang nicht?

Machen Sie mit durch „Learning by doing“ unter fachlicher Anleitung

  • Sie möchten sich einfach nach Schule oder Feierabend nochmal richtig austoben?
  • Zuhause ist alles perfekt und Euer handwerkliches Geschick liegt brach?

Wir bieten einen abwechslungsreichen Parcours aus Beete anlegen, Pflanzenvermehrung und -pflege, Obstbäume pflanzen und pflegen, Bau eines Regensammeldaches mit Altholz, Anlegen einer Benjeshecke u.a. an. Und natürlich soll auch das Miteinander nicht zu kurz kommen. Der Bau von Bänken und Tischen wartet dann in der Zielgraden.

Interessiert? Dann melden Sie sich gerne bei der Umweltbeauftragten der SG im Ehrenamt

 

Cornelia Schoen-Düngefeld
E-Mail: schoen-duengefeld@t-online.de

Schottergärten ade? Ja, bitte!

Das Haus ist gebaut, jetzt fehlt nur noch ein schöner Garten ohne viel Pflegeaufwand. Lange im Trend, lange in der Kritik: Schottergärten. Sie versprechen einen pflegeleichten Garten. Na dann: Schotter bestellt, Folie gelegt, ein paar Pflanzen rein, Schotter drauf, fertig. Wo ist das Problem?

Es sind Gärten des Grauens.

Der Boden wird durch Folie und Schotter versiegelt, die Fläche fällt als Nahrungsquelle für Klein- und Kleinstlebewesen aus. Schottergärten wirken sich also negativ auf Bodenlebewesen aus. Unter Folien wandert von der Milbe bis zum Springschwanz ein fleißiges Völkchen ab oder verhungert. Die Folge? Ohne dessen unermüdliche Arbeit - dem Abbau abgestorbener Pflanzenteile zu Humus - fehlen die daraus freigesetzten Nährstoffe für das oberirdische Pflanzenwachstum. Im Klartext heißt das: ohne Bodenleben kein Pflanzenleben.

Darüber hinaus verliert der Boden durch die Versiegelung seine natürliche Schwammfunktion. Mit zunehmend zu erwartenden Starkregenereignissen wird diese Fähigkeit immer wichtiger. Durch die Folie kann der Boden kein Wasser aufnehmen. Statt ins Grundwasser gelangt es in die Vorfluter. Weiterhin heizen sich alle Kiesel, egal welcher Farbe, bei hohen Tagestemperaturen auf und geben die gespeicherte Wärme abends ab. Ihrer natürlichen Klimaschutzfunktion beraubt, kühlen die Böden am Abend weniger ab - wir gestalten Wüsten.

Das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) fasst es so zusammen: „Der Boden ist eines der komplexesten aller Ökosysteme. Er ist ein eigenständiger Lebensraum, in dem eine unglaubliche Vielfalt von Organismen lebt. Für den natürlichen Klimaschutz sind Böden von besonderer Bedeutung, denn weltweit speichern sie in den oberen zwei Metern viermal so viel Kohlenstoff wie die oberirdische Vegetation und mehr als doppelt so viel, als die Atmosphäre enthält.“

Auf lange Sicht ist der Trend zum Schottergarten nicht gut durchdacht, denn dieser ist keinesfalls einfach und pflegeleicht - entfernt man nicht jedes Blatt und jedes Bodenteilchen vom Schotter, verrotten diese und auf dem entstehenden Humus keimen die herangewehten Wildkräuter- und Grassamen. Wer seine Fläche hübsch ordentlich halten möchte, sieht sich mit einer zeitintensiven Reinigung der Kiesel konfrontiert, greift vielleicht zu chemischen Mitteln und verschwendet dabei Wasser oder vergiftet es schlimmstenfalls.

Mittlerweile wissen viele, dass das Anlegen von Schottergärten rechtswidrig ist und fatale Auswirkungen für die Umwelt hat. Die Niedersächsische Bauordnung ist in § 9 (2) auch sehr deutlich „Die nicht überbauten Flächen der Baugrundstücke müssen Grünflächen sein, soweit sie nicht für eine andere zulässige Nutzung erforderlich sind.“ Das Wort „müssen“ gibt da keinen Spielraum, und „andere zulässige Nutzungen“ sind beispielsweise die Einfahrt und Stellflächen für Autos und Fahrräder oder für Mülltonnen und Gartenhaus. Bauaufsichtsbehörden dürfen deshalb die Beseitigung von Schottergärten anordnen. Dies hat das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg am 17. Januar 2023 klargestellt. Und warum gibt es diese Gärten des Grauens dann noch?

Ja, der Rückbau kann ins Geld gehen - Kiesel und Folie müssen entsorgt werden, der Boden braucht eine Humusversorgung und die Fläche eine Neugestaltung.

Je nachdem, mit wie viel Bodenanteil wir den Schotter ausbauen können, nimmt z. B. die Luhmühlener Mulden- und Containerdienst GmbH in Putensen für 1 Tonne zwischen 26,50 Euro/netto für Bauschutt ohne Bodenanteil und 44,00 Euro/netto mit Bodenanteil bei Anlieferung. Aber nicht jede/r kann selber anliefern. Vielleicht kann der Landwirt Ihres Vertrauens in arbeitsspitzenfreien Zeiten unterstützen. Eine Lösung eröffnet sich immer - wenn wir es wollen.

Verantwortungsbewusste Bürgerinnen und Bürger bauen Schottergärten zügig zurück, um der Natur ihre Flächen zurückzugeben. Sie dankt es uns mit mehr Insektenarten, mehr Boden- und Pflanzenleben, mehr Abkühlung am Abend, weniger Belastung der Regenwasserkanäle und mit aufgefülltem Grundwasser.

Cornelia Schoen-Düngefeld

Ausstellung "Alles im Fluss?!"

v. l.: Steffen Gärtner (Samtgemeindebürgermeister), <br>Cornelia Schoen-Düngefeld (ehrenamtl. Umweltbeauftragte <br>und Klimaschutzmanagerin) sowie Angela Kopff-FuhrbergDie Ausstellung „alles im Fluss?!“ hatte über die Woche viele Besucher. Wie schön! So konnten viele Erfahrungen ausgetauscht werden. Die Nachkriegsgeneration erinnerte sich noch an die Zeiten ohne fließend Wasser. Es gab das sonnabendliche Bad in der Zinkwanne für die ganze Familie hintereinander. Einfach, aber sparsam. Dann kam der wirtschaftliche Aufschwung mit dem zunehmenden Luxus der Wasserverwendung. Das Ergebnis: Verschwendung.

Was muss sich ändern? Jugendliche berechneten den Wasserverbrauch einer 10-minütigen Duschzeit mit normalem Duschkopf mit einer Schüttmenge von 9 bis 14 l - dann war das Duschen plötzlich nicht besser als ein Vollbad mit 140 l. Also geht die Rechnung nur auf, wenn wir weniger als 10 Minuten duschen, während der Einseifzeit das Wasser ausdrehen und einen Duschsparkopf oder Druckreduzierer benutzen. Ohne Mathe ist halt alles nur geschätzt. Weitere Vorschläge wurden genannt: weniger duschen, kürzer duschen, nicht so heiß duschen. Auch Zisternen waren wieder ein Thema, da der Garten irgendwann auch bewässert werden muss. Hier bietet sich die Nutzung von Regenwasser an. Verwöhnen Sie Ihre Pflanzen nicht durch zu frühes Bewässern, denn dann bilden sie nur oberflächliche Wurzeln aus und werden von unserer Wassergabe abhängig; das wollen wir nicht. Auch bei uns nicht heimische Pflanzen mit hohem Wasserverbrauch, wie Hortensien und Rhododendren, könnten unseren Wasserverbrauch senken, wenn wir uns von ihnen trennen würden.

Beitrag des Waldkindergartens GellersenDie wunderschöne Gestaltung einiger Wände mit Bildern der jungen Künstler des Waldkindergartens Gellersen entlockte allen Betrachtern Freude und Zuversicht.

Ach ja, die Sache mit dem Grauwasser beschäftigte uns an beiden Vortragsabenden. Grauwasser - Neudeutsch für gering verschmutztes, fäkalienfreies Abwasser aus Bade- und Duschwanne, Waschtisch oder -maschine. Das Abwasser aus der Küche hingegen zählt aufgrund seiner hohen Belastung durch Fette und Speiseabfälle nicht dazu. Wäscht man jedoch nur Gemüse in Bioqualität - verwandelt sich das genutzte Trinkwasser zwar auch in Grauwasser, könnte aber in einer Schale aufgefangen, direkt an unsere Zimmerpflanzen weitergegeben werden. Aufbereitetes Grauwasser kann als Betriebswasser genutzt werden, ohne den Weg über die Kläranlage zu nehmen. Dadurch kann der Trinkwasserverbrauch um 51 l pro Kopf und Tag bzw. 64 % gesenkt werden. Weitere Infos hierzu finden Sie unter https://regenwasseragentur.berlin/.

Generell muss Betriebswasser aus Grauwasserrecyclinganlagen hygienisch-mikrobiologisch einwandfrei, möglichst farblos, klar und frei von Schwebstoffen sein. Dann kann es in einem vom Trinkwasser getrennten Leitungsnetz für die Toilettenspülung, zum Putzen, zum Bewässern von Garten und in der Waschmaschine verwendet werden. Warmes Grauwasser kann darüber hinaus auch über Wärmerückgewinnung Energie einsparen helfen. Im Gebäude-Altbestand wird diese Umrüstung sich wohl eher nicht rechnen, aber bei größeren Renovierungen oder Kernsanierungen und selbstverständlich bei Neubauten sollte die Grauwasseraufbereitung und -nutzung stets mitgedacht werden.

Und den Slogan des Vereins „BI Unser Wasser in LG“ Wasserhahn statt Flaschenwahn beherzigten schon viele der Besucher. Sie auch? Fragen und Anregungen?

Cornelia Schoen-Düngefeld